Budgetplan: Mit diesen 5 Finanz-Apps behältst Du Deine Ausgaben im Griff

In Deutschland gibt es fast 7 Millionen überschuldete Menschen. Während die einen unverschuldet in Not geraten sind, gibt ein stark wachsender Teil der Deutschen das nicht vorhandene Geld mit beiden Händen aus. Knapp 7,6 Prozent der Deutschen überschulden sich wegen eines falschen Konsumverhaltens. 0-Prozent-Finanzierung, billige Kredite und hemmungsloser Konsum verführen immer mehr zum Shopping – auch wenn das Geld dafür gar nicht da ist. Daher wird es Zeit zum Umdenken: Mit diesen 5 Finanz-Apps behältst Du Deinen Budgetplan genau im Auge.

Die besten Finanz-Apps für Android, iOS und Windows

Was ist die Basis für ein gutes Leben? Der bedachte Umgang mit Geld ist mit Sicherheit ein elementarer Baustein dafür. Im Schulden-Podcast bei „Der Finanzwesir rockt“ haben Albert und ich schon über alle Arten von Schulden gesprochen. Und auch darüber, dass man nicht nur mit dem Finger auf die Schuldner zeigen kann, sondern eben auch auf Banken, Elektronikmärkte und andere, die dazu ermutigen, sich zu verschulden.

0-Prozent-Finanzierung, günstige Kredite oder auch vermeintlich günstige Kreditkarten führen viel in Versuchung. Ich bekomme von einigen Banken ständig Briefe mit ganz tollen günstigen Krediten, obwohl ich nie mein Konto überziehe oder ausschweifend shoppen gehe. Wer anfällig für so etwas ist und mit seinem Geld nicht so gut haushalten kann, tappt schnell in eine Falle und überschuldet sich schnell. Die Tendenz? Seit der Finanzkrise wieder steigend!

Mehr Infografiken findest du bei Statista

Auf Dauer ist dieser Trend natürlich katastrophal. Dabei ist das Führen eines Budgetplans und das Einhalten von Budgets heute so einfach wie noch nie. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du dabei vorgehen kannst und deine Einnahmen und Ausgaben tracken kannst. In diesem Artikel stelle ich dir fünf Apps vor, mit denen du deine Finanzen im Griff behalten kannst – plus den obligatorischen Bonus-Tipp.

1. Finanzguru

Finanzguru hat eine einzigartige Erfolgsstory geschrieben. Im Herbst 2018 haben sie bei „Der Höhle der Löwen“ mitgemacht und für viel Geld einen Teil der Firmenanteile an Carsten Maschmeyer abgegeben. Auch die Deutsche Bank hat von Anfang in das Start-up investiert. In der Folge gehörte die App zu den am meisten downgeloadeten Apps in Deutschland. Aber sind wir mal ehrlich: Das alles macht natürlich noch kein tolles Tool daraus.

Ich nutze Finanzguru nun seit dem Tag der Sendung und bin wirklich begeistert. Neben einer einfachen Budgetierungs-Funktion liest die App anhand der Kontoumsätze alle laufenden Verträge aus. Egal ob Versicherungen, Streaming-Dienste oder die Bahncard, Finanzguru liest die Abbuchungen aus und plant anhand dieser deine Finanzen im Voraus. Bucht der Vertrag monatlich, quartalsweise oder nur jährlich ab, wann im Monat wird abgebucht und welchen Einfluss hat das auf meine finanzielle Situation im Monat. Ich bekomme alle paar Wochen eine Push-Nachricht wie viel Geld ich noch zur Verfügung habe. Auf diese Weise lässt sich das Geld sehr einfach planen.

Bei mir auf dem Smartphone ist es eine der besten Apps, die ich regelmäßig benutze. Nicht nur, weil es mir anzeigt, wie viel Geld ich diesen Monat noch zur Verfügung habe, sondern weil alle vorhandenen Verträge angezeigt werden und sie sich innerhalb von wenigen Sekunden kündigen lassen. Einfach auf den Vertrag klicken, kündigen drücken und dann öffnet sich das E-Mail-Postfach mit einem vorformulierten Text inklusiv der Vertragsnummer. Dann musst du es nur noch abschicken und auf die Bestätigung warten.

Auch Alarmfunktionen lassen sich einrichten, falls sich das Kündigungsdatum eines Vertrags wie beispielsweise der Bahncard wieder nähert. Per Mail und Push-Nachricht wirst du informiert, sobald die Kündigungsfrist näher kommt. Auf diese Weise lässt sich wirklich viel Geld sparen. Alte Vertragsleichen lassen sich so schnell identifizieren und im Handumdrehen kündigen.

Darüber hinaus ist die App auch sehr übersichtlich, einfach gehalten und benutzerfreundlich. Sie ist auch kostenlos, wobei Finanzguru über die Vermittlung von günstigeren Verträgen Geld verdient. Das muss man aber nicht nutzen. Datenschutz wird groß geschrieben und nach deutschen Bankensicherheitsstandards gearbeitet. Hier macht sich die Einbindung der Deutschen Bank bemerkbar. Innerhalb von 3 Minuten ist alles eingerichtet und du kannst mit dem Sparen beginnen.

Zu Finanzguru

2. Treefin – die Finanzguru-Alternative?

Treefin ist so etwas wie die All-in-One-Lösung für die Hosentasche. Mit der vom TÜV Saarland geprüften App kannst du alle Geldanlagen, Bankkonten, Versicherungen, Wertpapierdepots und sogar andere Assets wie Immobilien, Schmuck, Gold oder Autos einfügen. Über 3.000 Institute sind angebunden und Treefin ist als Zahlungsauslösedienst der Bafin reguliert.

In der Form ist es eine der wenigen Apps, die tatsächlich das gesamte Vermögen anzeigt. Ich persönlich nutze hierfür Portfolio Performance, aber das ist deutlich komplizierter als Treefin. Die App ist sehr übersichtlich und gut strukturiert. Mittlerweile kannst du auch deinen Haushaltsplan und deine Budgets darüber führen.

Besonderer Vorteil sind die ganzen Statistiken und Auswertungen, die die App anbietet. Alle Daten werden ausschließlich DSGVO- und PSD2-konform verarbeitet. Das Hosting erfolgt komplett in Deutschland und nicht im Ausland. Das Unternehmen finanziert sich in erster Linie über die Entwicklung von abgeänderten Finanz-Applikationen für große Finanzdienstleister und auch Maklerprovision.

Zu Treefin

3. Software: You need a budget

Im Sparen-Podcast mit dem Finanzwesir habe ich ja von meinen Spartöpfen gesprochen. Daraufhin habe ich von einem Hörer den Hinweis bekommen, dass es dafür auch eine Software gibt, mit der sich diese Töpfe wunderbar verwalten lassen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für den Tipp!

Die Software ist aus den USA und nennt sich „You need a budget“. Auf den ersten Blick ist der Preis mit 60 Dollar relativ hoch, aber hier gibt es oft Sonderangebote in verschiedenen Stores. 34 Tage lässt sich das Programm kostenlos testen, um nicht die Katze im Sack zu kaufen.

Der Käufer erhält dann eine ziemlich übersichtliche Lösung für sein Budget. Auf Basis von vier Regeln lassen sich dann unterschiedliche Töpfe füllen, um mit seinem Budget klarzukommen. Und wie der Amerikaner so ist, ist es „really big stuff, man“.

Rule 1: Give every Dollar a job and learn to budget right.

Rule 2: Save for a rainy day

Rule 3: Roll with the punches

Rule 4: Live on last month’s income

Das wäre ja langweilig, wenn es nur die Software und den Text für die vier Regeln geben würde. No, it´s bigger, man! Kundengeschichten, kostenlose Webinare und kostenlose E-Mail-Kurse für ein besseres Regelverständnis gibt es auch noch. Ok, Du solltest etwas englisch verstehen, aber ich finde es großartig, wie die Macher das umgesetzt haben. THIS is the real deal!

Ergänzend lässt sich eine kostenlose App für iPhone, iPad oder Android herunterladen, die unterstützend für die Ausgaben genutzt werden kann. Hierfür ist aber die lizensierte Software nötig. Leider hat YNAB ein neues Preismodell. Mit 7 $ im Monat oder 84 $ im Jahr ist es ziemlich teuer. Hier muss jede/r selbst entscheiden, ob ihm/ihr das wert ist.

An dieser Stelle habe ich mal einen echt tollen Tipp für Sparfüchse und Leute, die dazu werden wollen. Bei AppSumo* gibt es haufenweise grandiose Deals für Softwareprogramme wie You need a budget oder andere. Ich habe mir dort beispielsweise mein Autorenprogramm Scrivener zum halben Preis gekauft und diese Woche das Videoschnittprogramm Camtasia ebenfalls zum halben Preis.

Hier geht es zu You need a Budget

4. App Zuper 

Zuper ist eine App zum Verwalten deiner Finanzen mit direkter Anbindung zu allen deinen Konten. Die App des jungen Start-ups lohnt sich für alle, die die volle Kontrolle über ihre Einnahmen und Ausgaben haben wollen.

Mit Zuper lassen sich die eigenen Konten einfach einbinden und verschiedene Budgets kategorisieren. Ob nun Haushalt, Reisen, Sparen oder die monatlichen Fahrtkosten: dank der Vorlagen lässt sich alles genau tracken und die Buchungen nachvollziehen.

Und damit das ganze auch noch Spaß macht, wartet Zuper mit Gamification-Elementen auf und erreicht so, dass das Banking darüber hinaus eine neue Rolle im Leben der Userinnen und User bekommen. Jeden Monat werden dir deine Budgets über oder unter deinem Budget-Limit angezeigt.

Die App gibt es für iPhone & Android und ist kostenlos. In Zukunft sollen weitere Funktionen wie beispielsweise intelligente Sparziele hinzukommen. Zuper will sich hier nicht auf Drittanbieter verlassen und ist deswegen gerade dabei, eine eigene Banklizenz zu erwerben. Deswegen bleiben deine Daten bei Zuper, werden verschlüsselt und auf deutschen Servern gespeichert. Mit Robert Blessing von Zuper habe ich auch schon ein Interview für den Blog geführt.

Mehr über Zuper

5. App: Money Control

Für 4,99 Euro gibt es ein umfassendes Haushaltsplan-Paket mit ganz vielen Möglichkeiten. Im Leserpodcast hat Tobias das Tool schon hervorgehoben. Aber was macht Money Control so cool?

Ich denke, dass es die wirklich gute Übersicht ist und auch die Kopplung der unterschiedlichen Geräte. Wenn Du Ausgaben über Dein Smartphone trackst und die App via Dropbox gekoppelt hast, kannst Du Dir auf dem heimischen PC alle Ausgaben genau anschauen. Und auch als PDF rauslassen.

Die Lösung lässt sich kinderleicht bedienen und sieht dazu auch noch gut aus. Money Control ist für alle Devices (iOS, Windows, Android) erhältlich und somit gibt es hier keine Ausreden, dass es auf Deinem Device nicht funktioniert.

Alles weitere erfährst Du auf der Homepage. Bei iTunes hat die App 2.650 viereinhalb-Sterne Bewertungen. Das sollte eigentlich für sich sprechen. Probiere es doch mal kostenlos aus. Erst ab einer bestimmten Anzahl an Buchungen musst du einmalig Geld zahlen.

Bei iTunes herunterladen: Haushaltsbuch MoneyControl – Einnahmen und Ausgaben*

Im Google Play Store herunterladen

Bonus: Privates Budget erstellen mit Excel oder Numbers

Ok, darauf hätte man auch selbst kommen können. Aber Tabellenkalkulationen schrecken viele Menschen von vornherein ab. Das muss aber gar nicht sein, denn gerade für Haushaltspläne gibt es unzählige Vorlagen im Netz.

Ich nutze selbst eine Excel-Vorlage, die bei Office 2013 dabei war. Damit lässt sich alles wunderbar tracken und die Formeln sind alle schon integriert. Andere Vorlagen findest Du beispielsweise bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (einige Vorlagen als Download) oder auf einer Seite wie Beobachter.ch mit einem ausführlichen Artikel über das Budget (aber mit Franken als Währung) und einer Tabelle. Auch Michael Katzmann hat auf seinem Blog einen tollen Artikel zum Haushaltsplan mit vielen Vorlagen erstellt.

Wenn du mit einem Mac arbeitest, gibt es bei Numbers auch eine kostenlose Vorlage. Du kannst aber auch die Wordvorlagen problemlos nutzen.

Fazit zum Budgetplanung im Privathaushalt

Vielleicht hast du ja schon ein Tool gefunden, das dir weiterhilft. Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten, wie du dein Budget einfach in den Griff bekommen kannst. Die meisten kommen wahrscheinlich auch ohne Hilfsmittel damit klar oder nutzen ein richtiges Haushaltsbuch zum reinschreiben. Trotzdem gibt es einige, die damit nicht so einfach klarkommen. Und denen möchte ich mit diesem Artikel etwas helfen.

Da war noch nicht das Richtige für dich dabei? Dann check‘ doch mal diesen Artikel. Die Welt hat dort die 25 besten-Apps über Finanzen im Überblick gelistet. Da sind mit Sicherheit noch ein paar Tipps für dich dabei. In den Kommentaren gab es noch einen tollen Hinweis von Stefano zum kostenlosen Open Source-Programm „GnuCash“, das sich auch über eine Android-App verbinden lässt, um seine Ausgaben zu tracken.

Damit solltest du deine Ausgaben auf jeden Fall in den Griff bekommen. Und wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch in den sozialen Netzwerken. Vielleicht hilft er ja noch weiteren Menschen dabei, sein Budget in den Griff zu bekommen.

Anmerkung: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen der ältesten Artikel im Blog, den ich 2019 komplett überarbeitet habe.

Money Talk: Richtig Budgetieren

„Geld ist mir nicht wichtig.“ Diesen Satz würde ich jederzeit unterschreiben, auch wenn das ganze natürlich so nicht stimmt. Geld […]

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